Sandkerwa

Sandkerwa oder auch Sandkirchweih, darauf freuen sich alle Bamberger sowie Touristen von weiter weg. Sie ist das Highlight im Bamberger Sommer und findet jedes Jahr im August statt. Der Name “Sandkerwa” setzt sich aus zwei Begriffen zusammen. “Sand” steht für das Stadtgebiet, in dem das Fest stattfindet, nämlich obere und untere Sandstraße. “Kerwa” ist fränkisch […]

Sandkerwa

Sandkerwa oder auch Sandkirchweih, darauf freuen sich alle Bamberger sowie Touristen von weiter weg. Sie ist das Highlight im Bamberger Sommer und findet jedes Jahr im August statt. Der Name “Sandkerwa” setzt sich aus zwei Begriffen zusammen. “Sand” steht für das Stadtgebiet, in dem das Fest stattfindet, nämlich obere und untere Sandstraße. “Kerwa” ist fränkisch und bedeutet auf hochdeutsch “Kirchweih” – die Sandkirchweih also. Das traditionelle Volksfest ist eines der größten in Bayern und zieht während der fünf Tage etwa 30.000 Menschen an. Der Ursprung des Fests begann 1951 als Kirchweihe für die St. Elisabeth-Kirche im Sand. Damals hatte das Fest noch recht kleine Ausmaße, das nahm jedoch mit den folgenden Jahren mehr und mehr zu.Auch heute noch gehen die Einnahmen aus dem Verkauf von Souvenirs und Festabzeichen an den Verein IV. Distrikt. Mit den Einnahmen wird das Viertel saniert und restauriert. Der Bürgerverein ist auch Organisator der Sandkerwa.

Der Höhepunkt der Krichweih ist das traditionelle Fischerstechen im Gebiet Klein-Venedig auf der Regnitz. Klein-Venedig ist das ehemalige Fischergebiet Bambergs, das direkt an der Regnitz liegt. Das Fischerstechen wurde erstmals im 15. Jahrhundert praktiziert und wurde von den Veranstaltern der Sandkerwa wieder zum Leben erweckt. Die Obere-, Untere- und die Markusbrücke füllt sich mit einer unzählbaren Menge von Menschen, die dem Schauspiel auf der Regnitz beiwohnen wollen. Dabei wird ein Wettkampf zwischen mehreren Mannschaften ausgetragen. Die Teilnehmer stehen in sogenannten “Schälchen” und treten gegeneinander an. Die Schälchen nannte man die Boote der Bamberger Fischer. Das Ziel des Wettkampfes ist den Gegner mit einer langen Stange von seinem Boot zu stoßen. Am Samstag findet immer das Jugendfischerstechen der Kirchweih statt.

Ein weiteres Spektakel bietet der “Hahnenschlag”. Hierbei geht es darum einen Tontopf mit Hilfe eines Schlägers zu zerschlagen. Jedoch muss man dies mit verbundenen Augen schaffen und hat nur einen Versuch. Der Name dieses Brauchs rührt daher, dass man früher wirklich einen Hahn erschlug. Zum Abschluss der Kirchweih am Montagabend, gibt es ein großes Feuerwerk. Zudem locken die vielen Bierstände, die Bier aus Bamberg und der Umgebung ausschenken.

Die Sankerwa lässt sich schlecht mit anderen Festen vergleichen, denn sie spielt sich nicht wie sonstige Feste auf einem groß angelegten Festplatz ab. Die verwinkelten Gassen und Straßen der Altstadt, die zudem noch einen Berg hinauf gehen, gleichen eher einem Labyrinth. Dabei hat jeder Bamberger seine eigene Art und Weise das Gebiet des Fests zu erkunden. Manch einer verfolgt einen Plan, andere folgen einfach ihrer Nase: da riecht es nach Pizza, hier nach Makrele, dort nach Würstchen und da hinten nach Mandeln.

Herrlich auch der Anblick des geschmückten und hergerichteten Klein-Venedigs. Durch die Gassen wird zu Stoßzeiten kaum gegangen. Es ist eher ein fröhlich singender und schiebender Mob, der sich grüßt und miteinander anstößt.

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