St. Sebastiani Kapelle

Die Sebastianikapelle wurde bereits 1273 errichtet. Sie wurde damals von den Franziskanern als Konventkirche gebaut. Um 1312 verließen jedoch die Franziskaner das Gebiet um die Kirche herum und zogen in die Stadt. Deshalb überließen sie die Kirche dem Liebfrauenfriedhof. Seinen heutigen Namen hat die Kapelle seit 1442. Damals wurde von Bischof Anton von Rotenhan ein neuer Altar dem Heiligen Sebastian geweiht. Seit dieser Zeit wird die Kirche Sebastianikapelle genannt.

Im 16. Jahrhundert wurde die Sebastianikapelle mehrfach umgebaut. Die ersten Arbeiten begannen 1516 und dauerten zwei Jahre an. Erst im Mai 1518 wurde die Kirche dem Bamberger Weihbischof Hugo geweiht. Doch bereits 100 Jahre später, war die Kirche abermals baufällig. Bei den Renovierungsarbeiten von 1618 wurde der Altar restauriert und es war durch Spenden des Bamberger Fürstbischofs Johann Gottfried von Aschhauen möglich eine Monstranz zu weihen.

Ab 1700 bekam die Kapelle drei neue Altäre. Nur einer der drei hat bis heute standgehalten, der Hauptaltar. Die beiden heutigen Nebenaltäre wurden im 19. Jahrhundert gefertigt. Der Grund, warum nur einer der Altäre bis heute besteht war, dass 1796 die französische Armee die Kapelle als Magazin und Quartier nutzte. Der Zustand der Kapelle war nach dieser Besatzung desaströs.

Eine weitere Bedrohung der Kapelle war die Zeit der Säkularisation. Zu dieser Zeit verkaufte der Staat Bayern die Kapelle an Johann Peßler für 138 Gulden. Er war Gärtnermeister und rettete die Kapelle mit seinem Kauf.

1805 erwarb der Wirt und Bierbrauer Andreas Schmitt die Kapelle. Der neue Besitzer und dessen Frau Elisabeth konnten die Kapelle vor dem Verkauf des gesamten Inventars beschützen, indem sie alle Gegenstände ersteigerten. Zudem vermachten die Eheleute Schmitt der Kapelle 2500 Gulden.

Zwischen 1839 und 1862 wurde die Sebastianikapelle aufwendig renoviert. Der Sandsteinboden der Kapelle wurde durch Steinplatten ersetzt.

Die beiden Architekten Kallenbach und SchmittFriedrich, welche auch an der Gönningerkapelle beschäftigt gewesen waren, kümmerten sich 1855 um die Fassade und das Dach der Sebastianikapelle. Eine Orgel bekam die Kapelle um 1862 und zwei Glocken 1880. Eine der beiden Glocken zersprang im Jahre 1932 und musste somit neu gegossen werden, die zweite Glocke wurde während dem Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.

Nach Ende der Kriegsjahre bekam die Kapelle zwei neue Glocken, eine Marienglocke und eine kleinere Sebastianiglocke.

Nach der Säkularisation übernahm die Pfarrei St. Gangolf die Betreuung der Kapelle bis 1931. Von diesem Zeitpunkt an übernahm die Pfarrei St. Otto die Aufsicht in dessen Zuge die Kapelle auch generalsaniert wurde. Im Jahre 1975 ging der Besitz der Kapelle in den Staat Bayern über. Dieser verkaufte die Kapelle bereits sechs Jahre später an den Verein Gärtner und Häckermuseum Bamberg. Der Verein sorgte zwischen 1982 und 1984 für eine weitere Restauration.

Baulich kann man die Kapelle wie folgt beschreiben: Über dem Eingang der Kapelle steht eine Statue des Heiligen Sebastian. Der Stifter der Kapelle, Nicolaus Lorber, wurde im Sockel verewigt, zudem wurde das Entstehungsdatum eingemeißelt. Dabei wurde der Barockstil verwendet. Linke und rechte Seite der Kapelle zeigen Rundfenster mit Kreuzen. Ein ähnliches Fenster findet man im Giebel. Dieses Fenster lässt Licht auf die Orgel scheinen, die im Inneren der Kapelle steht. An den Ecken der Fassade befinden sich Lisene, die durch kleine Türmchen hervorstechen. Es befinden sich an den Seitenwänden weitere Lisene, sowie fünf quadratische Fenster. Der Giebel an sich ist beinahe rechtwinklig und reich verziert.

Im Inneren der Sebastianikapelle finden Sie im Chor den Hochalter. Das Bild am Altar zeigt den Heiligen Sebastian während seinem Martyrium. Es zeigt ihn, wie er an einen Pfahl gefesselt ist und von Pfeilen beschossen zum Himmel schaut. Ein Engel versucht ihm einen Pfeil aus dem Leib zu ziehen.

Am Chorbogen finden Sie zwei Gedenktafeln für die Eheleute Andreas und Elisabeth Schmitt, welche durch ihre Übernahme die Kapelle vor Schlimmerer Schändung bewahrt haben. Beide wurden im Chorraum der Kapelle beigesetzt.

Siechenstraße 98
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